Folgende Fallbeobachtung findet sich seit kurzem bei esanum:
“ich habe einen 88 -jährigen Patienten übernommen.
Eine Hyponatriämie ist bekannt. Man hat sie initial auf Therapie mit HCT( Art.Hypertonie ) zurückgeführen. Vor 3 Woche wurde deswegen HCT abgesetzt. Erfolglos. Die Hyponatriämie persistierte weiter.
In der Anamnese ist ein Hypophysenadenom bekannt. Die zweite Arbeitsdiagnose war V.a.eine hypophysäre Partialinsuffizienz. Angeblich soll dem Pateineten unter Prednisolon-Therapie ( trotz N Kortisolspiegel(29,4(4,2-38,4 )) subjektiv besser gewesen sein.Zu mir ( Geriatrie ) kam er unter Therapie mit Hydrocortison und Astonin( wahrscheinlich hat man eine sekundäre Nebenniereninsuffizienz vermutet. Der Kortisol-Spiegel war aber , wie gesagt, im Normbereich und der Aldosteron-Spiegel wurde nicht abgenommen ).K , Kreatinin, Harnstoff, Glucose, TSH - alles normal.Osmolalität i.s. 281-an unterer Grenze ( 281-297 ), Osmalalität/Urin–normal ( 549(50-1200 ). Im Sammelurin Na 51 mmol/d( 40-220 ).
Unter Astonon, Hydrocortison, Natriumsubstitution ( oral und i.v. )blieb der Na-Wert niedrig. Klinisch keine Herzinsuffizienzzeichen. An Gewicht hat der Patient 1 Kilo abgenommen.( Wahrscheinlich keine Verdünnungshyponatriämie ).
Meine Frage: Wie kann man weiter diagnostisch und therapeutisch vorgehen ??”
Da ich mir gut vorstellen kann, dass dieser Fall für einige der Kollegen interessant sein könnte, möchte ich Sie hier über den Verlauf der Diskussion auf dem Laufenden halten. Die geneigten Leser sind natürlich auch herzlichst eingeladen, sich an der Diskussion zu beteiligen!
Die erste Antwort eines Kollegen:
“Hallo und guten Tag,
ein interessanter FallHier ist wohl ein detektivisches Gespür gefragt…
1)
- Zunächst einmal würde mich die Klinik des Patienten weiter interessieren und was heisst es ging ihm unter Prednison besser ? Was ist besser geworden ?
- In welchem Bereich bewegt sich der Natriumspiegel im Serum ( behandlungsbedürftigkeit ? ) ?
- wann und ggf. nach welchem Ereignis wurde der Natriumspiegel zum ersten Mal als zu niedrig klassifiziert ?
- Welche Medikamente nimmt der Patient noch ein ?
- Gibt es sonst noch “Auffälligkeiten” in der klinischen Untersuchung ( v.a. pulmonal ) ? BMI ?
- ist die Haut trocken, gibt es stehende Hautfalten, Ödeme etc ?
- wieviel Harn produziert der Patient am Tag ? wie oft ? Nykturie ?
- gibt es eine Serumelektrophorese ? EKG Auffälligkeiten ?
- wie wurde das Hypophysenadenom verifiziert ?
- auffällige Körperbehaarung ?2) DD:
- pulmonale maligne Erkrankungen mit SIADH ( B-Symptomatik ? Rö-Thorax ? Pack-years ? )
- Erkrankungen des ZNS können auch eine Hyponatriämie verursachen ( neurologischer Status ? )
- Z.n. OP mit inadäquater ADH Produktion ?
- subklinischer Volumenmangel ( im Rahmen z.B. eines Diuretikaabusus -> Harnsäure im Normbereich ? )”
Wer weiß Rat? Die komplette Kasuistik findet sich auch unter http://www.esanum.de/fragendetail/1320
20.11. - Start der spanischen Medizinerplattform www.esanum.es
November 21, 2007
Was in Deutschland hervorragend funktioniert, soll nun auch in Spanien umgesetzt werden: Der fachliche Austausch unter Ärzten soll praktische Hilfstellung für den Berufsalltag sein, Meistern von Herausforderungen ermöglichen und so letztendlich Patientennutzen sichern. Für Leser mit Spanischkenntnissen könnten die ersten Beiträge sicherlich interessant sein:
- http://www.esanum.es/preguntadetalles/12
- http://www.esanum.es/preguntadetalles/8
- http://www.esanum.es/preguntadetalles/13
Verfügbar ist die Seite unter www.esanum.es.
Trasylol / Aprotinin - Panikmache oder Vorsichtsmaßnahme?
November 5, 2007
Kaum verbreitet sich die Nachricht, dass Bayer Trasylol vom Markt nehmen muss, branden sofort Erinnerungen an Fälle wie Vioxx auf. Auch in der Ärzteschaft ist das natürlich ein wichtiges Thema, spannende Diskussionen zum Thema Trasylol und Aprotinin dazu finden sich beispielsweise bei esanum.
Borreliose - “Sicher ist nur, dass Nichts sicher ist.”
September 27, 2007
Einige interessante Praxisdiskussionen finden sich via Diagnose-Hilfe auf esanum - rund um das Thema Borreliose. Sie werden sicherlich bestätigen können, dass gerade der Themenblock “Diagnose” sicherlich noch ein unklarer ist, klare Richtlinien fehlen oft, strukturierte Praxiserfahrungen sind Mangelware. Ein Kollege fasst es sehr treffend zusammen: “Sicher ist bei der Diagnostik, daß Nichts sicher ist.” (Quelle: http://www.esanum.de/fragendetail/300)
Hilfegesuch eines Kollegen
September 26, 2007
Wer kennt Koinzidenzen von Sprue mit Hirntumoren bzw. Pseudohirntumoren entzündlicher Genese mit Verkalkungstendenzen s. Bericht Prof. Stiefelhagen in MMW 9/2007 8.9.
Ich habe einen ca. 30 jährigen Patienten mit Sprue und Hirnstammgliom WHO Grad 3, bei dem ich immer noch an der Diagnose Gliom zweifle aufgrund des guten Verlaufes und des Fallberichtes von Prof. Stiefelhagen s.o.
Dringend!
Quelle: “esanum - die Kommunikationsplattform für Ärzte“, Beitrag “Koinzidenz von Sprue mit Hirntumoren, dringend!“
Dieses Hilfegesuch eines Kollegen habe ich gerade im Internet gefunden. Es stammt vom letzten Montag - vielleicht findet sich ja hier ein bewandter Arzt, der den Kollegen mit einigen Tipps unterstützen kann.
“Mein Essen zahl’ ich selbst”
September 23, 2007
Eine wirklich sehr bemerkenswerte Initiative - meine Meinung von “Mein Essen zahl’ ich selbst”. Die ÄrztInnen und ApothekerInnen haben sich der Eigenständigkeit verschrieben und lehnen das Hätscheln - man könnte böse auch “Bestechung” sagen - durch die Pharmaindustrie entschieden ab.
Natürlich, und das ist uns allen klar, kommen wir ohne die Pharmaindustrie nicht aus. Medikamente retten jeden Tag Leben. Wichtig ist bei dieser Verantwortung aber auch die unabhängige Auseinandersetzung mit Vorzügen und Qualitäten, mit Nebenwirkungen und Risiken. Das sind wir vor allem dem Patienten schuldig. Der hypokratische Eid lässt grüßen!
Off-label use von Procoralan?
September 23, 2007
Off-label-Use ist weiterhin ein wichtiges Thema unter Ärzten. Dies zeigt auch diese Fachdiskussion unter Ärzten auf esanum.
Erfahrungen zur Suprazervikale subtotale Hysterektomie
September 19, 2007
Seit knapp 10 Jahren hat die Suprazervikale subtotale Hysterektomie durch das endoskopische Vorgehen (LASH) eine Renaissance erfahren. Die Akzeptanz des Eingriffs bei den gyn. KollegInnen reicht von resoluter Ablehnung bis vorbehaltlosen Unterstützen. Evidenzbasierte Langzeitvergleiche zur vag. Hyterektomie liegen nicht vor. Bitte teilen Sie Ihre Erfahrungen mit uns. Empfehlen Sie diese Operationsmethode Ihren Patientinnen? Gibt es Vorteile für die Prävention des Descensus? Haben Sie Präkanzerosen oder invasive Karzinome des Zervixstumpfes gesehen? Was sagen Ihre Patientinnen zur sexuellen Erlebnisfähigkeit?